Verfahren – Übersicht

Der Faktor Verlag publiziert die besten Fenster auf der Basis bauphysikalischer Berechnungen.

Vorgehen
Berechnung des Rahmen-U-Wertes Uf, anhand von 3 Rahmenpartien (seitlich, unten und Mittelpartie), und des Wärmebrückenverlustes beim Einbau (Fensteranschlag bei Leibung). Berechnung der Fenster-U-Werte und der Energiebilanz für zwei Fenstergrössen, bei Standardwerten für Verschattung und Nutzungsgrad der freien Wärme, für die Klimastation Zürich SMA (Beispiel der Darstellung im Minergie-P-Buch, Ausgabe 2010, Seiten 104 bis 120, sowie im Themenheft Fenster, Juni 2011).
Die Berechnungen erfolgen durch Marco Ragonesi, Bauphysiker, Luzern.

Publikation der Resultate

Die Produkte wenden sich an Planer (Architekten und Ingenieure) sowie an Absolventen von Fachhochschulen. Im Minergie-P-Buch und Minergie-P-Heft wird jedes Fenster auf einer Seite in einem einheitlichen Raster dargestellt, mit Foto, Tabelle und Grafik.

Details zum Rechengang

Die Bewertungsmethode für Topfenster ist objektiv – sie basiert auf einer Gesamtenergiebilanz für das Fenster. Es werden nicht nur die Wärmeverluste, sondern auch die Wärmegewinne in die Beurteilung einbezogen.

Verlustseite

Die Verlustseite wird mit dem Rahmen-U-Wert (Uf) und dem Gesamt-U-Wert des eingebauten (Uw,E) respektive des nicht eingebauten Fensters (Uw) bewertet. Zur Berechnung des Gesamt-U-Wertes wird eine 3-fach-Verglasung mit einem U-Wert von Ug = 0,5 W/m2K und die Wärmebrückenverluste am Glasrand mit Ψg = 0,05 W/mK berücksichtigt. Für das eingebaute Fenster fliessen zusätzlich die Wärmebrückenverluste an der Schnittstelle Rahmen-Gebäude (ΨE, abhängig vom Fenstersystem) in die Berechnung ein.

Gesamtenergiebilanz Süd

Zusätzlich wird bei Topfenstern die Gesamtenergiebilanz eines nach Süden ausgerichteten Fensters zur Bewertung herangezogen. Dafür werden die Solargewinne für das eingebaute Fenster berechnet – die Sonneneinstrahlungsmesswerte der Klimastation Zürich SMA dienen dabei als Grundlage. Die Gewinne fliessen unter Berücksichtigung einer eher geringen Verschattung (Verschattungsfaktor FS = 0,8) in die Gesamtenergiebilanz ein – reduziert mit einem Ausnutzungsgrad von ηg = 0,6, wie er bei Minergie-Häusern etwa anzutreffen ist. Übrigens geht man bei Topfenstern auch bei den Solargewinnen von einer Top-Verglasung aus: Es wird mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad (g) von 54% gerechnet. Dies erreichen nur sogenannte „Solargläser“, die gegenüber Standard-Produkten Mehrkosten verursachen. (Wer bei Minergie-P-Häusern auf der sicheren Seite sein will, berücksichtigt bei objektspezifischen Berechnungen keine höheren g-Werte als 48%.)

Fenstermass

Die Topfenster-Berechnung erfolgt für ein zweiflügliges Fenster und jeweils für zwei festgelegte Fenstergrössen (1,55m/1,15m und 4,50m/2,50m). Zur Berechnung des Gesamt-U-Wertes für das nicht eingebaute Fenster (Uw) wird das Fensteraussenmass, für den U-Wert des eingebauten Fensters (Uw,E) das Lichtmass der Aussenwandöffnung eingesetzt. Der Rahmen-U-Wert (Uf) ist unabhängig vom Fenstermass.